Radebeuler Zwischenspiel
Der Sächsische Weinwanderweg schlängelt sich durch die reizvollen Weinhänge
von Radebeul. Aber an der parallel verlaufenden Elbe liegt ein nicht minder
reizvoller Ort mit dem seltsamen Namen Kötzschenbroda. Die erstmals 1271
als „Coschenbrode“ urkundlich erwähnte Ansiedlung soll dem Wanderer nicht
vorenthalten werden.
Start: Bahnhof „Radebeul-West“ oder Straßenbahnhaltestelle „Moritzburger Straße“
(nach Beendigung der 3. Etappe in kurzer Zeit mit S-Bahn bzw.
Straßenbahn erreichbar)
- Bahnhofstraße Richtung Elbe hinunter bis zum Blickkontakt mit dem
Hotel „Goldener Anker“
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- Dorfanger von Altkötzschenbroda
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nach der Wende zum Sanierungsgebiet erhoben;
Entwicklung des Dorfkernes zu einem architektonischen Kleinod und einer
beliebten Flaniermeile; originelle Kneipen, Feinschmeckerlokale, Cafés,
Pensionen, Weinhandlungen, Szeneclubs und ein Hotel; Designermoden, Souvenirs, Antiquitäten,
Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, frische Milch von der Kuh,
alteingesessene Landbäckerei
- Nr. 61 „Goldener Anker": alte Niederschänke aus dem 18. Jh.,
größter Gasthof mit Tanzsaal (Ausstattung um 1890 in gründerzeitlichem
Stil), ab 1994 Wiederaufbau des Saales und Neubau des Hotels, große
Gartenterrasse mit ihren alten Weinpressen
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- weiter nach links den Dorfanger entlang
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- alte Gewölbekeller; haben alle Brände überstanden und
sind deshalb älteste Bauteile; Zeugnis, dass früher fast alle
Kötzschenbrodaer Bauern Weinberge hatten und den „Kötzschber" hier
lagerten
- Nr. 59 „Grüne Linde": Weinhandlung und Gaststätte in
schönem, giebelständigen Fachwerkhaus mit hölzerner Außentreppe als
Neubau, hervorhebenswertes Angebot an Weinen fast aller sächsischer
Weinerzeuger
- Nr. 56 „Stumph's Hof": einzige Original-Außentreppe mit
Oberlaube, Gaststätte mit Freiplätzen im großem Hof, baulich
gesicherte Scheunenruine, die als Zeichen des Niederganges des Dorfes,
der nach 1989 gerade noch aufzuhalten war, bestehen bleiben soll
- Nr. 48 „Alte Apotheke": eines der traufständigen barocken
Häuser am Anger, früher eine Apotheke, später verschiedene Läden,
heute Restaurant mit Kellerbetrieb
- Nr. 46 „WEINbauer etc...“: kompletter Dreiseithof mit
giebelständigen Häusern am Anger, deren bauliche Entwicklung die in
Stein gehauenen Jahreszahlen 1739, 1865 und 1890 dokumentieren;
Ferien-Hof mit Ferienwohnungen, idyllischer Gäste-Hof und Garten,
Kulturscheune mit Ausstellungen und Veranstaltungen sowie
Familienfeiern
- Nr. 40 Friedenskirche und Pfarrhaus: gotischer Chor und
Teile des Turmes aus dem 15. Jh., heutige Ansicht nach Umbau um 1884
im neogotischen Stil, Pfarrhaus bzw. sein Vorgängerbau spielte in der
Geschichte eine größere Rolle: Hier wurden am Ende des Dreißigjährigen
Krieges Verhandlungen zwischen den Schweden und den Sachsen geführt
und ein Waffenstillstandsvertrag am 27. August 1645 unterzeichnet.
- Nr. 39 „Oberschänke": wohl älteste Gaststätte am Anger,
Wiederaufbau nach Brand im Jahre 1643, im hinteren Gastraum alte,
hölzerne Renaissancedecke. Die Namen „Ober- und „Niederschänke"
beziehen sich auf die Elbe, die „Oberschänke" liegt der Quelle näher,
die „Niederschänke" liegt weiter flussabwärts.
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- nach links wenden und die gegenüberliegende Seite des
Dorfangers beschreiten
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- Nr. 23 Neubauten: eine von ehemals mehreren städtebaulichen
Lücken am Anger, nach Planungen hiesiger Architekten farbige
Neubauten, die mit ihrer Eigenständigkeit auffallen, aber dennoch
maßstäblich ins dörfliche Bild passen, verschiedene Läden und
Architekturbüro, im hinteren Teil befindet sich das Atelier
„Oberlicht“, in dem mehrere Radebeuler Künstler gemeinsam arbeiten und
ihre Werke präsentieren
- Nr. 21 „Kulturschmiede“ mit „Schmiedeschänke" und
Stadtgalerie: Haupthaus des ehemaligen Dreiseithofes (Scheune fehlt)
mit rückwärtigem Anbau für die ehemals betriebene Schmiede, heute
Standort der Stadtgalerie (wechselnde Ausstellungen der Malerei,
Grafik, Plastik, Fotografie und Formgestaltung), romantischer Innenhof
mit Sommerbühne für Veranstaltungen; im Obergeschoss des Vorderhauses
befinden sich das Kulturamt der Stadt, im Erdgeschoss Gaststätte
„Schmiede“ mit Keller (Szenekneipe mit irischem Flair), Auszugshaus
dokumentiert die bescheidenen Wohnverhältnisse der älteren Bauern
- Nr. 20 „Familienzentrum": wiederhergestellter ehemaliger
Dreiseithof, ebenfalls ohne Scheune als dritte Seite, das oberirdisch
nicht sichtbare Kellergeschoss der Scheune ist als Veranstaltungsraum
insbesondere für Musikveranstaltungen bei Jugendlichen beliebt; Im
Haupthaus und im Auszugshaus (letzteres ist ein Lehmbau in
Ständerbauweise) wirkt die „Familieninitiative“ als rühriger Verein
mit einem umfangreichen Kurs- und Betreuungsangebot für Familien.
- Nr. 19 „Schwarze Seele": traufständiges Haus, errichtet
1839 (römische Ziffern in Sandstein, Initialen F.W.P). Im Inneren ist
noch ablesbar, dass es an dieser Stelle eines der sonst typischen,
giebelständigen Bauernhäuser gab, das vermutlich abgebrannt war. Eine
solche Änderung der Bauform spricht häufig für die Unterbringung einer
anderen als der bäuerlichen Funktion im Dorf, wie z.B. Schule,
Schmiede, Böttcherei, Korbmacherei oder wie hier eine Bäckerei. Heute
Gaststätte mit afrikanischem Touch.
- Nr. 11 „Storch Café": bis 1998 traditionsreiche
Storch-Drogerie, heute Café im Wiener Stil, gelegentliche Lesungen und
andere Kleinkunst-Veranstaltungen
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- die Straße queren und – das Hotel links liegen lassend
– in gleicher Richtung weitergehen
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- Nr. 64 „Großes Weinstuben": Name geht auf Böttchermeister
Bernhard Julius Große zurück, der auch Weinhandel betrieb und später
eine Schankkonzession erhielt. Das schlichte Haus aus dem 19. Jh. ist
die einzige Gaststätte am Dorfanger, die ohne Unterbrechung bis heute
betrieben worden ist. 1958 Werbeschrift an der Straßenseite in Sgrafitto-Putztechnik vom
Dresdner Künstler Herrmann Glöckner
- Nr. 67/68 „Großes und kleines Kuffenhaus": einstmals
benachbarte Speise- und Weingaststätten. Name leitet sich vom Beruf
des Küfers ab; von den historischen Baulichkeiten existiert heute nur
noch ein giebelständiges Wohnhaus mit Seitenflügel
- Nr. 70 „Hirten- oder Schäferhaus": einstige Wohnung eines
Hirten, der die Schafe der Bauern betreute; eines der kleinsten Häuser
von Altkötzschenbroda; nach erheblichem Verfall ab 1998 auf den
Grundmauern wieder aufgebaut; heute Sitz eines Büros für Garten- und
Landschaftsplanung; gepflegter, winziger Bauerngarten; wichtige
städtebauliche Bedeutung als Blickfang und westlicher Abschluss des
fast 700m langen Dorfangers.
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Ende des Rundganges
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Tipp:
An jedem 3. Septemberwochenende treffen sich Jung und Alt zum
Herbst- und Weinfest mit Internationalem Wandertheaterfestival.
Der historische Dorfanger von Altkötzschenbroda mit seinen malerischen
Bauernhöfen, alten Weinkellern und seiner unmittelbaren Nähe zu den
Elbauen wird zum Schauplatz für Theaterliebhaber und Weinfreunde. |
Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten und Gaststätten sowie
weitere Beratung erhalten Sie bei
Tourist-Information Radebeul Meißner Straße 152 01445 Radebeul
Tel.: 0351 / 19433, Fax: 0351/8954122 Email:
tourismus@radebeul.de
Internet: www.radebeul.de
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Altkötzschenbroda
Hof in Altkötzschenbroda
Hotel "Goldener Anker"
Hof "Goldene Anker"
Weinstube "Grüne Linde"
Stumph's Hof
Oberschänke
Neubauten
Atelier "Oberlicht"
Blick zur "Kulturschmiede"
"Kulturschmiede"
Familienzentrum und "Schwarze Seele"
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